Was kostet es uns, wenn im Büro weiterhin alles von Hand ins ERP getippt wird?
Das lässt sich nur mit Ihren eigenen Zahlen beantworten: Anzahl der Vorgänge mal Zeit je Vorgang mal interne Stundenkosten, dazu die Kosten von Fehlern und Verzögerungen. Diese Zahlen können Sie selbst erheben, ganz ohne zusätzliche Software.
In Kürze
- Allgemeine Zeitersparnis-Versprechen helfen nicht, Ihre eigenen Zahlen schon.
- Gezählt werden Vorgänge, Minuten je Vorgang und interne Stundenkosten.
- Fehler, verpasstes Skonto und liegengebliebene Bestellungen gehören mit in die Rechnung.
- Das Ergebnis kann auch sein, dass sich eine Automatisierung nicht lohnt.
Eine pauschale Zahl gibt es nicht, und wer Ihnen eine nennt, kennt Ihren Betrieb nicht. Sie können die Kosten aber selbst ermitteln: Wie viele Vorgänge fallen an, wie lange dauert einer, was kostet eine Stunde im Büro, und was kosten die Fehler? Diese Rechnung braucht ein paar Wochen Aufmerksamkeit, aber keine Software.
Warum lohnt sich das Nachrechnen?
Abtippen ist unsichtbar. Es steht in keiner Kostenstelle, weil es zwischen anderen Aufgaben passiert. Die Mitarbeiterin in der Buchhaltung erfasst Rechnungen zwischen zwei Telefonaten, der Innendienst tippt Bestellungen, während er auf einen Rückruf wartet. Niemand hat das je zusammengezählt.
Erst die Zahl macht eine Entscheidung möglich, in die eine wie in die andere Richtung.
Was sollten Sie zählen?
| Was | Wie Sie es erheben |
|---|---|
| Anzahl der Vorgänge je Monat | Rechnungen, Bestellmails, Auftragsbestätigungen aus dem ERP oder Postfach zählen |
| Minuten je Vorgang | eine Woche lang bei typischen Vorgängen mitschreiben, vom Öffnen der Mail bis zur fertigen Erfassung |
| interne Stundenkosten | aus der Lohnverrechnung, inklusive Lohnnebenkosten, oder vom Steuerberater |
| Fehler je Monat | Reklamationen wegen falscher Menge, Gutschriften, Korrekturbuchungen |
| Wartezeiten | wie lange Belege oder Bestellungen im Durchschnitt liegen, bevor jemand sie anfasst |
Die Grundrechnung ist einfach: Vorgänge mal Minuten, geteilt durch sechzig, mal Stundenkosten. Das Ergebnis ist der direkte Aufwand pro Monat.
Welche Kosten vergessen fast alle?
Fehlerfolgen: Eine falsch abgetippte Menge kostet nicht die Minute der Korrektur, sondern die Rücksendung, die Nachlieferung und manchmal den Kunden. Zählen Sie, wie oft so etwas vorkommt, und schätzen Sie mit dem Vertrieb, was ein solcher Fall kostet.
Verpasstes Skonto: Bleiben Eingangsrechnungen liegen, läuft die Skontofrist ab. Ihre Buchhaltung kann aus dem ERP auswerten, wie viel Skonto im letzten Jahr nicht gezogen wurde.
Engpässe: Wenn die eine Person, die die Bestellungen eines Großkunden kennt, im Urlaub ist, bleibt etwas liegen. Das ist schwer in Euro zu fassen, aber ein echtes Risiko.
Was nicht getan wird: Die Zeit fürs Abtippen fehlt woanders, etwa beim Nachfassen von Angeboten oder beim Prüfen von Lieferantenkonditionen.
Ein Rechenbeispiel ohne erfundene Zahlen
Angenommen, Sie zählen A Rechnungen im Monat, messen B Minuten je Rechnung und Ihre Stundenkosten liegen bei C Euro. Dann kostet das Erfassen A mal B durch 60 mal C Euro im Monat. Setzen Sie Ihre Werte ein. Kommt dabei ein Betrag heraus, für den sich niemand die Mühe einer Umstellung machen würde, haben Sie eine klare Antwort.
Wichtig: Eine Automatisierung spart nie die ganze Zeit. Auch automatisch ausgelesene Vorgänge muss jemand prüfen und freigeben. Rechnen Sie also nicht mit null Minuten, sondern mit der Prüfzeit.
Wann lohnt sich eine Automatisierung nicht?
Wenn es wenige Vorgänge sind, wenn jeder anders aussieht oder wenn die meiste Zeit nicht im Erfassen, sondern im Klären steckt. Dann hilft vielleicht eine bessere Ablage, eine Wissensdatenbank oder schlicht eine klarere Zuständigkeit mehr als eine Automatisierung.
Was machen Sie mit dem Ergebnis?
Mit Ihren Zahlen lässt sich ein Angebot vernünftig beurteilen: Sie sehen, was die Handarbeit heute kostet, und können es den einmaligen und laufenden Kosten einer Lösung gegenüberstellen. Welche Abläufe sich typischerweise automatisieren lassen, zeigt die Seite zur Prozess-Automatisierung.
Häufige Fragen
Gibt es Durchschnittswerte, wie lange das Erfassen einer Rechnung dauert?
Im Netz kursieren viele Zahlen, oft von Anbietern, die etwas verkaufen wollen. Sie hängen stark von Rechnungsaufbau, ERP und Erfahrung ab. Ihre eigene Messung ist aussagekräftiger als jeder Durchschnitt.
Sollen wir die Mitarbeiter einbeziehen?
Unbedingt. Wer die Arbeit macht, weiß, wo die Zeit wirklich hängt, etwa beim Suchen der Bestellung und nicht beim Tippen. Erklären Sie dabei offen, wozu die Zählung dient.